Das Feuer Spaniens – Andalusien

 

Casco AntiguoTag 1:
Sommer, Sonne, gute Laune und die wunderbare Costa del Sol. So, genau so, muss sich Urlaub anfühlen! Alle in unserer Gruppe sind restlos begeistert von Malaga, von der Playa, vom tiefblauen und in der Sonne glitzernden Meer und nicht zuletzt von unserem Hotel, dem Almunecar, direkt am Strand – besser geht’s nicht, das ist klar! Vor allem, weil wir nicht selbst durch diesen hektischen und chaotischen spanischen Stadtverkehr manövrieren mussten, sondern bequem vom Bus aus alles entdecken konnten. Wir wollen uns auf die Spuren der Mauren und orientalischer Architektur in Andalusien begeben und schon auf der Fahrt vom Flughafen erspähen wir die maurische Festung Malagas über den Dächern der Stadt und erhaschen einen Blick auf die »Catedral de la Encarnacion«, die auf dem Standort einer ehemaligen Moschee erbaut wurde. Auch verschiedene Häuserfassaden lassen uns einen ersten Eindruck dessen bekommen, was uns in den nächsten Tagen erwartet. Im schicken Almunecar mit seiner eindrucksvollen Lobby herrscht nach dem Chaos des Verkehrs in Malaga willkommene Ruhe und Kühle. Bei einem ersten Rundgang durchs Hotel wiederum nur zufriedenes Lächeln – vor allem der Spa-Bereich hat es uns angetan! Auch hier gibt’s schon orientalisches Flair. Da fällt die Entscheidung schwer: Entspannen indoor im blau gefliesten Mosaik des Spas oder doch lieber am Sandstrand unter Palmen? Wer die Wahl hat… Zum Glück findet jeder in der Gruppe seinen Lieblingsplatz. Abends beim Wein und Cocktail in der Bar steht das Stimmungsbarometer auf Entdeckerurlaub. Wir sind schon gespannt auf die nächsten Tage!

Tag 2:
Sevilla! Allein der Klang der Hauptstadt Andalusiens weckt Vorfreude in uns. Schon im Bus auf dem Weg zu unserem heutigen Ausflugsziel – der wohl spanischsten aller spanischen Städte – gibt es erste Schilderungen von denen, die schon da waren, vom guten Wein und den Tapas-Bars, von engen Gassen und königlichen Palästen … und vom legendären Stolz der Spanier. Sevilla-Neulinge und -Kenner gleichermaßen werden nicht enttäuscht; unser Reiseführer kennt die Stadt wie seine sprichwörtliche Westentasche und führt uns sicher durch das enge Labyrinth der Gassen. Sevilla zieht jeden von uns unweigerlich in seinen Bann.

Die Zeit bleibt für einen Moment stehen – zu beeindruckend sind die Häuser und Kirchen, Palastanlagen und Parks. Gelb, rot, ocker, weiß und grün sind die vorherrschenden Farben der Stadt am Guadalquivir. Die Einflüsse der Mauren und der Römer sind überall greifbar. Wir fühlen uns wie in einem Märchen aus 1001 Nacht und genießen den Blick durch die berühmten maurischen Spitzbögen in verwunschen wirkende Innenhöfe, das Glitzern des breiten Flusses im Sonnenlicht, die Geschäftigkeit der Einheimischen und Touristen auf den Plätzen, die irgendwie alle mindestens einen Brunnen zu haben scheinen. Aus einer Gasse klingt Musik, ein schwermütiger Tango… Kein Wunder, dass Filmemacher aus aller Welt Sevilla lieben und als Kulisse nutzen.

Wenige Minuten später in der Tapas-Bar ist die Stimmung wieder ausgelassen fröhlich: dicke fruchtige spanische Oliven und herrlich salziger Schinken, dazu Weißbrot und ein schwerer Rotwein – was braucht der Mensch mehr zu seinem Glück?

Tag 3:
Bodegon frutosBuenos dias! Unser dritter Tag in Andalusien und nicht nur ich fühle mich schon ein wenig spanisch im Herzen, so sehr nimmt mich diese wundervolle Umgebung hier an der Costa del Sol gefangen. Heute fahren wir ans Ende der Welt – na ja, zumindest fast. Die Südspitze der iberischen Halbinsel, Gibraltar, ist unser Ziel. Die Fahrt dahin ist traumhaft schön. Der Atlantik ist allgegenwärtig, glitzert einladend in der Sonne. Es geht immer an der Küste entlang bis zu diesem Punkt, an dem Afrika zum Greifen nah scheint.

Mitten in Spanien sind wir in Gibraltar auf englischem Gebiet. Selbstverständlich ist Gibraltar deshalb auch ein emotionaler Streitpunkt bei den Spaniern, die immer wieder versuchten das Gebiet zurück zu bekommen. Der britische Einfluss ist deutlich zu spüren, die Zeit taktet anders hier als gestern noch in Sevilla. Ein wenig ruhiger, ein wenig strukturierter, militärischer. Unser Blick streift in die Weite, übers Meer, das Blau des Himmels verschwimmt mit der Farbe des Atlantiks. Ja, irgendwie ist hier tatsächlich die Welt zu Ende… und irgendwie scheint sie genau hier am Horizont weiter zu gehen. Wir fühlen uns wie die Seefahrer, die hier auf die Schiffe warten, die sie um den Globus bringen. Gibraltar hat etwas von Aufbruch und Freiheit. Den Blick vom Felsen von Gibraltar auf die Welt werden wir so schnell nicht mehr vergessen.

Tag 4:
Von den bisherigen sehr unterschiedlichen Eindrücken Andalusiens erholen wir uns heute in unserem Hotel in Malaga. Wellness im Spabereich, Strandspaziergänge, Schwimmen und Shoppen auf eigene Faust, die Seele baumeln lassen und die Sonne Andalusiens genießen, die uns hier jeden Tag verwöhnt. Maravilloso! Divino!

Tag 5:
Landeinwärts führt uns unser Weg heute schon am frühen Morgen und endet nirgendwo anders als im legendären und geschichtsträchtigen Granada. Über die Autobahn geht die Reise durch ein Ballungsgebiet in die Stadt auf dem Hügel mit ihren wie kleinen Kästchen wirkenden Häusern zwischen denen das Grün der vielen Bäume Akzente schafft. Erstes und einziges Ziel unserer Tagesetappe ist die weltberühmte Alhambra, jenes Paradebeispiel maurischer Baukunst auf dem Sabikah-Hügel. Die riesige Burganlage birgt unglaubliche Schätze architektonischer Meisterleistungen. Kuppeln, Säulen, Brunnen, Gärten, Löwenhof, Thronsaal, Palastanlagen, über und über mit Arabesken verzierte Wände, filigraner Stuck, Wandmalereien und das unwirklich scheinende Stalaktitengewölbe in der Sala del los Abencerrajes. »Selig ist das Auge, das diesen Garten der Schönheit sieht«, steht am Rand des Löwenbrunnens. Wir nicken zustimmend und sind uns einig, dass wir uns gesegnet fühlen dürfen, das alles hier zu sehen. In der Alhambra könnten wir uns tagelang aufhalten und würden immer noch Neues entdecken. Die Pracht und die Schönheit, die sich dem Reisenden hier bietet, macht ein wenig sprachlos, ist mit ihrem üppigen Reichtum nah an der Grenze zur Reizüberflutung. Auf der Rückfahrt nach Malaga ist es zunächst überraschend still in unserem Bus. Offenbar möchte jeder in Ruhe noch einmal die Schönheit der Alhambra in sich nachwirken lassen. Dann aber reden alle wieder fröhlich durcheinander, Fotos auf Smartphones und Digitalkameras werden herumgereicht, das Erlebnis Alhambra hat die Urlaubsgemeinschaft noch ein wenig mehr zusammengeschweißt.

Tag 6:
ROMERIAS 1Dios mio! Unsere Städtetour nach Ronda erfordert Abenteuerlust und Mut, denn wer von den Gebäuden der Kleinstadt hundert Meter in den Tajo, die vor ihm abfallende Schlucht blickt, der sollte schwindelfrei sein! Soviel steht fest. Aber auch, dass dieser Ausflug in die Stadt der Torreros und der schwarzen Stiere ein perfekt gewählter Schlusspunkt unserer Andalusienrundreise ist. Dichter wie Rainer Maria Rilke oder auch Ernest Hemingway haben hier schon ihr Herz verloren und wir sind auf dem besten Wege es ihnen gleich zu tun. In Ronda befindet man sich geradezu über den Dingen, die Lage hoch über dem Abgrund verschlägt uns die Sprache. Palmen und Jacaranda, die Palisanderholzbäume gehören ebenso zum Stadtbild wie die engen Gassen und weiten Plätze, die stolzen Standbilder und Skulpturen. Noch einmal in einer Jamoneria den herrlichen andalusischen Schinken genießen, dazu den herben Roten, der zu Andalusien gehört wie das Temperament der Spanier und der Flamenco. Noch einmal auf einer Bank im Park sitzen und dem Schwatz der alten Männer zuhören oder sich für ein paar Minuten in eine der zahlreichen wunderbar kühlen und stillen Kirchen zurückziehen. Als es in den Abendstunden zurück geht, blicken wir von der Neuen Brücke, der die Schlucht überspannenden Ponte Nuevo zurück auf Ronda, das im Licht der untergehenden Sonne noch märchenhafter wirkt und sind ein wenig wehmütig, dass wir schon ans Heimfahren denken müssen…

Tag 7:
Jeder von uns hat auf andere Weise Abschied genommen von Andalusien: noch einmal den Sand zwischen den Zehen gespürt am Strand vor unserem Hotel oder mit einem letzten Stadtbummel durch die Innenstadt Malagas, vorbei an den weißen Fassaden, den vielen Shops und Bars, den Kirchen und Geschäftshäusern. Die spanische Lebensart, diese Mischung aus Stolz, Temperament, Fröhlichkeit und einem Hauch Wehmut begleitet uns auf unserem Rückflug. Viva Espania! Viva Andaluz! Wir werden wiederkommen, das versprechen wir uns!

 

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